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Autorenprofil
Julian Wainford
Historische Romane unter politischem Druck
Julian Wainford schreibt historische Romane über Menschen an den Grenzen des Römischen Reiches – über Soldaten und Familien, Frauen mit gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Macht und über Gemeinschaften, deren Leben sich nicht eindeutig in „römisch“ und „germanisch“ teilen lässt.
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Bücher & was folgt
Biografie
Seine aktuelle Reihe The Batavians of Apulum beginnt mit Given for Peace, angesiedelt im Jahr 162 n. Chr. im römischen Dakien. Im Mittelpunkt stehen weibliche und männliche Hauptfiguren gleichermaßen, darunter die germanische Vertragbraut Aurinia und Marcus Flavius Corvinus, ein germanischstämmiger Offizier der römischen Auxiliartruppen.
Ein besonderes Interesse Wainfords gilt jenen germanischen Gruppen, deren Männer über Generationen im römischen Heer dienten. Sie konnten römische Namen und Bürgerrechte erwerben, Latein verwenden und weit entfernt von ihrer Heimat stationiert werden, während familiäre und kulturelle Bindungen fortbestanden. Diese doppelte Zugehörigkeit führt zu einer zentralen Frage seiner Romane: Was geschieht, wenn Loyalität gegenüber Rom mit der Loyalität zu Herkunft, Familie und verwandten Völkern kollidiert?
Wainford verbindet politische und militärische Geschichte mit dem Alltag der antiken Welt: Ehe und Verwandtschaft, Haushalte, Recht, Sklaverei und Freiheit, Handel, Religion und die Macht des geschriebenen Wortes. Auch der Mithraskult und die religiöse Welt römischer Soldaten spielen eine wichtige Rolle.
Ein weiterer Schwerpunkt ist die mögliche Entstehungswelt der frühesten Runen. Germanische Soldaten in römischen Diensten kamen unmittelbar mit lateinischer und griechischer Schrift, militärischen Abkürzungen, Eigentumsmarken, Verwaltung und religiöser Symbolik in Berührung. Als Menschen zwischen verschiedenen Kulturen könnten sie eine wichtige Verbindung gewesen sein, über die Wissen über Schrift und Zeichen in germanische Gesellschaften gelangte.
Die Romane behaupten dabei keine gelöste Theorie über den Ursprung der Runen. Sie erkunden vielmehr eine historisch mögliche Kontaktzone, in der germanische Zeichen- und Mustertraditionen auf römische Schriftkultur trafen und sich über Generationen verändern konnten.
Im weiteren Verlauf der Reihe erweitert sich der Blick entlang der Donau und zum Rhein, während die Spannungen zunehmen, die schließlich zu den Markomannenkriegen führen. Im Zentrum bleiben Frauen und Männer, die zwischen Imperium und Verwandtschaft, Glauben und Pflicht, Schrift und Erinnerung ihren eigenen Platz finden müssen.

